Von Visionen, Reformen und Fusionen

Reformationsgottesdienst mit Landrat Bernhard Reuter in Scharzfeld

Ein Tag der Reformen. Und ein denkwürdiger Tag: Der 31. Oktober war in diesem Jahr nicht nur Reformationstag. Sondern gleichzeitig Beginn des großen Lutherjahres 2017 und der letzte Tag des Landkreises Osterode. Und da Andreas Schmidt, Pastor für Scharzfeld und Pöhlde, bekannt ist für seine innovativen Ideen, wurde an diesem Abend eine Andacht für die Region Herzberg und Hattorf mit einer Ansprache von Landrat Bernhard Reuter in der St. Thomaskirche in Scharzfeld gefeiert. „Es sind viele Stationen bis zum großen Reformationsfest 2017. Wir werden an diesem besonderen Tag in genau einem Jahr einen Zug ab Scharzfeld in Richtung Nordhausen chartern und eine Andacht zum Thema `Spur halten‘ feiern“, kündigte Pastor Andreas Schmidt an, bevor er an Landrat Bernhard Reuter übergab. „Es ist für mich heute Abend sehr bewegend hier zu stehen. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass mich gerade die Scharzfelder eingeladen haben, einige Worte über Reformen zu sagen“, begann Reuter. Denn 1979, mit 24 Jahren, hatte er seinen ersten Beamtenposten hier begonnen. „Und nun, nehme ich an, stehe ich kurz davor, hier meinen letzten anzutreten. In gewisser Weise schließt sich hier also der Kreis.“ Reform bedeute für ihn Veränderung zum Besseren. Doch zunächst ging der Landrat darauf ein, was Veränderung erst in Gang setze: die Vision. „Martin Luther war 33, als er seine 95 Thesen zum Ablasshandel an das Portal der Wittenberger Schlosskirche schlug. Was gab ihm Kraft und Mut, sich gegen mächtige Institutionen zu stellen?“, so Reuter. Es sei die Überzeugung seines Glaubens gewesen – und die Vision von einer anderen Kirche.  Ist die Vision einer anderen, besseren Kirche wahr geworden? Das sei eine der entscheidenden Fragen im kommenden Jahr. Bei der Kreisfusion sei noch offen, ob die Vision einer starken, leistungsfähigen Verwaltung für einen zukunftsorientierten Landkreis Wirklichkeit werde. „Die erste Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, besteht in fünf Jahren – nach dem Ende der Kreistagsperiode 2021“, stellte Reuter heraus. Und weiter: „Meine Hoffnung und begründete Erwartung ist, dass die erste freiwillige Kreisfusion landes- und bundesweit sich als visionärer Schritt mit reformerischer Kraft über die Kreisgrenzen hinaus erweisen wird.“ Für die Zukunft wünsche er sich und allen Kreisbewohnern Kraft und Mut bei der Umsetzung der Kreisfusion und bei der gemeinsamen Arbeit für einen zukunftsfähigen Landkreis. „Reformen sind dann gut, wenn sie weiterführen. Eine Mangelkaschierung würden die Menschen schnell durchschauen. Nutzen wir die Chance, die das Neue immer mit sich bringt“, gab Pastor Schmidt in seiner Predigt mit auf den Weg, bevor er dem Landrat eine Pöhlder Bibel überreichte. Schließlich sei er ja Pastor beider Gemeinden und dies eine Andacht für die Region. Im Anschluss wurde zu Gesprächen in das Gemeindehaus eingeladen.

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