Vom Mess- und Servicetechniker zum Pastor

Porträt1

Pastor i.R. Burkhard Schulze stellt das Gastdienst-Modell vor und nimmt gleichzeitig Abschied von Lasfelde und Lerbach

Burkhard Schulze ist eigentlich Pastor im Ruhestand. Eigentlich. Denn der Pastor in Ruhe aus dem 156 Kilometer entfernten Kirchenkreis Uelzen hat sich Anfang November bis Ende Januar freiwillig zum Gastdienst in den Kirchengemeinden Lasfelde und Lerbach gemeldet. „Ich hätte auch noch weitergemacht, aber mein Enkelkind wird Anfang Februar geboren“, sagt der Pastor i.R. lächelnd. Am 31. Januar wird er nun wieder die Koffer packen und seine Ferienwohnung in Lasfelde für den nächsten Besucher freimachen. Es ist sein vierter Gastdienst in einer fremden Gemeinde. „2014 war ich drei Monate im Wendland, 2015 einen Monat in Osnabrück und einen im Kirchenkreis Leine-Solling, genauer gesagt überwiegend in Fredelsloh. Und nun bin ich hier“, sagt der 63-Jährige, der früher als Mess- und Servicetechniker in neun verschiedenen Ländern Westeuropas und in Ägypten arbeitete und später auf dem zweiten Bildungsweg in Hermannsburg und Celle Theologie studierte. Für Juli 2016 hat Burkhard Schulze schon den nächsten Vertretungsdienst angenommen: Diesmal ist er drei Wochen in Ostfriesland. Die Aufgaben während eines Gastdienstes sind im Vorfeld in der Stellenausschreibung genau abgesteckt, die Zeiteinteilung ist jedoch flexibel. „Hier in Lasfelde und Lerbach sind es einige Gottesdienste und Kasualien, überwiegend habe ich Trauergespräche geführt und Beerdigungen begleitet“, so Schulze, der aus gesundheitlichen Gründen vor drei Jahren in den Vorruhestand gegangen ist. „Die Zeit kurz vor meiner Pensionierung war schwierig und stressig für mich. Ich habe eine tolle Unterstützung von meinen Pastoren-Kollegen erfahren. Nun habe ich mich erholt und möchte diese Hilfe zurückgeben“, erklärt der Pastor die Beweggründe für seine Gastdiensttätigkeit, die die Landeskirche in Hannover koordiniert. Beim Modell „Gastdienste“ stellen sich Ruhestandspastorinnen und -pastoren bereit, für eine Zeit von drei Wochen bis drei Monaten – je nach Bedarf und Absprache – mit ihrer Erfahrung und Arbeitskraft dort einzuspringen, wo Pastoren plötzlich erkranken, zur Kur müssen, ein Studiensemester einlegen oder aus anderen

Gründen länger ausfallen. In Lasfelde und Lerbach diente Pastor Schulze zum einen als Schwangerschaftsvertretung für Pastorin Silke Dobers. Zum anderen herrscht zurzeit in Osterode ein Personalengpass – die Stelle in der St. Aegidien-Gemeinde ist noch nicht wieder besetzt.

Und das Fazit von Pastor Burkard Schulze? Ihm hat es in den Kirchengemeinden Lasfelde und Lerbach sehr gut gefallen: „Ich habe hier nur freundliche und dankbare Menschen erlebt. Es ist immer wieder spannend, andere Gemeinden und Strukturen kennenzulernen.“

Ab Mitte Februar steht ein weiterer Gastdienst in Lasfelde und Lerbach an: Pastor Syska, der im Dezember 2012 von seiner Kirchengemeinde Krankenhagen bei Rinteln in den Ruhestand verabschiedet wurde und bereits mehrere Gastdienste übernahm, wird nun im Harz tätig sein.

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