galerie Von Liebe, Lust und Leidenschaft – Gottesdienst ins Theater verlegt

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Scharzfelder Kirchengemeinde hat zu Improvisationstheater eingeladen

Er sitzt einfach nur da. Auf einem Stuhl. Im Schnee. Pastor Andreas Schmidt harrt aus. Und lässt sich berieseln von tausenden Schneeflocken. Die Zuschauer im Harzer Hof stehen im Warmen. Und lassen sich ebenfalls berieseln. Von den Worten Pastor Schmidts, auf Tonband aufgenommen: „Aussitzen. Einfach dasitzen. Das Leben um mich geht weiter. Ich sitze. Die Probleme kommen: Ich sitze. Die Probleme gehen. Ich bleibe. Wie einfach: Sitzen und warten. Ich brauche Geduld. Ja mehr noch: Die Vermessenheit, zu vertrauen, dass sich eh alles in meinem Sinn löst.“ Das Publikum ist andächtig, wirkt nachdenklich.

Szenenwechsel bei dieser Theaterandacht. Und gleichzeitig Emotionswechsel. Es geht in den Nebenraum. Petra Döring-Menzel und Dieter Menzel, seit 31 Jahren verheiratet, spielen den Anfang von „Szenen einer Ehe“ von Loriot. Er möchte einfach mal nichts tun, sie wirbelt putzend und erzählend um ihn herum. Lästert über den Nachbarn und zettelt einen Streit an. Das Publikum lacht, wirkt amüsiert.

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Schließlich geht es weiter ins Hof Theater. Ein kontrastreicher Mix aus Gottesdienst und Improvisationstheater ist angesagt. „Improvisieren – das kennen die Frauen aus der Küche, wenn etwas nicht so gelingt, wie geplant“, scherzt Dieter Menzel, Theater-Star des Abends. Jeder, der sich auf die Bühne traut, zieht eine Karte mit einem Spruch und muss diesen immer wieder ins Spiel bringen. Der Dialog soll sich allerdings um das Thema „Liebe, Lust und Leidenschaft“ drehen. „Darf ich bei Dir einziehen?“, stellt Dieter Menzel seine Karten-Frage an Pastor Schmidt. Der kontert: „Solange Du die Füße unter meinen Tisch hältst…“ „Tu ich doch gar nicht“, kommt die prompte Antwort. „Jetzt schon!“, ruft Schmidt und verrückt kurzerhand den Tisch… Zunächst ist die Teilnahme verhalten, nach und nach trauen sich dann aber doch ein paar Mutige auf die Bühne. Unterbrochen wird die Improvisation immer wieder von Texten zum Thema „Glaube, Hoffnung, Liebe“. Und wie es nun mal zu einem Gottesdienst – selbst im Theater – gehört, darf auch das Vaterunser nicht fehlen.

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„Erleben Sie Glauben und Kirche einmal anders“, versprach der Slogan. Und dem haben die Veranstalter alle Ehre gemacht. Nicht Theater in der Kirche, sondern Andacht im Theater. Statt „gemütlichem Beisammensein im Gemeindehaus“ eben diesmal mit „Bierchen im Harzer Hof“, um den Abend gemeinsam Revue passieren zu lassen. Auch das ist Gemeinde.

Fortsetzung folgt – Vorhang auf!

 

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