„Wir wollen zeigen, dass Kirche mehr ist“

„Bühne und Kanzel“: Theaterandacht am 6. Januar um 20 Uhr im Harzer Hof in Scharzfeld

Bühne statt Kanzel? Oder doch besser: Bühne und Kanzel? Das ist hier die Frage. Pastor Andreas Schmidt versucht beides – und geht für seine Gemeinden Scharzfeld und auch Pöhlde gerne ganz neue Wege. „Die Menschen haben ein sehr gefestigtes Bild von Kirche – das möchte ich gerne durchbrechen und verändern“, erklärt er. Und da der Pastor weiß, dass man gemeinsam mehr bewirken kann, als alleine, hat er sich Verstärkung geholt. Genauer gesagt ist er eine Kooperation mit dem Hof Theater in Scharzfeld eingegangen. Und zwar mit den Besitzern des Harzer Hofs, die im hauseigenen Theater professionell inszeniertes Schauspiel bieten: Petra Döring-Menzel und Dieter Menzel. Weiterhin dürfen natürlich Daniela und Detlef Hubrich vom Kirchenvorstand nicht fehlen. „Die beiden legen sich sehr ins Zeug und haben viele tolle Ideen“, lobt der Pastor. Darunter war zum Beispiel schon eine Andacht zum Thema Licht und ein Gottesdienst auf dem Campingplatz, einer zum Thema „Die Weichen sind gestellt“, bei dem kurzerhand der alte Scharzfelder Bahnhof noch einmal wiederbelebt wurde, und die Pastoren Seven und Schmidt mit der Regionalbahn anreisten. Am Freitag ging es beim Noir-Gottesdienst literarisch zu. Und nun widmet man sich eben dem Theaterspiel. Deshalb wird am Mittwoch, dem 6. Januar, im Harzer Hof um 20 Uhr das Stück „Liebe, Lust und Leidenschaft. Ein andächtiges, etwa 90-minütiges Theater mit oben, unten und mittendrin“ geboten. Und weiter heißt es: „(Er)leben Sie mit! Improvisationstheater mit Prolog.“ Die Besucher dürfen also gespannt sein – müssen aber keine Bedenken haben. „Niemand wird gezwungen, mitzumachen. Es wäre aber schön“, sagt Schmidt. Dabei wird es zunächst einen Prolog geben – der Inhalt und wo dieser beginnt, wird aber noch nicht verraten. Im Harzer Hof Theater wird dann improvisiert. „Wer möchte, zieht eine Karte und dann wird drauflos geschauspielert“, verdeutlicht Dieter Menzel, der einige exemplarische Karten mitgebracht hat. „Das sind diese typischen Karten, die man in Studentenkneipen findet. Ich habe sie für diesen Zweck gesammelt“, erklärt er. Die Inhalte sind zum Beispiel: „Darf ich bei Dir einziehen?“ oder „Wenn diese Woche vorbei ist, mache ich sieben Kreuze.“ Sie bieten also genügend Raum für viel Kreativität und Improvisationstalent – von beiden Seiten. „Wir freuen uns sehr auf das Projekt Kirche und Theater und sind gespannt auf die Resonanz. Jeder ist eingeladen und willkommen – egal ob jung oder alt, Schauspieler oder eben nicht“, verdeutlichen die Initiatoren. Der Eintritt ist frei. „Ein Improtheater ist etwas, das man nicht gleich von Kirche erwartet“, sagt Andreas Schmidt lächelnd. „Und wir wollen zeigen, dass Kirche mehr ist.“

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